Unser Tipp: Sei lieb zu Deiner Seele!

Ich erinnere mich noch gut an dieses Gespräch. Der alte Mann war zu Hause im Kreis seiner Familie gestorben, nun saßen wir beisammen im Gespräch. Da fragte mich die Tochter, die ihren Vater im Sterben begleitet hatte: "Wohin geht die Seele, wenn ein Mensch gestorben ist?"

So wird gefragt in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Jeder, der einen Menschen sterben sah, der hat ein Gefühl dafür, dass es eine Seele gibt. Der vertraute Mensch bekommt auf einmal eine unbekannte Fremdheit. Denn das Leben, die Seele, ist entwichen.

Früher wurde als Zeichen ein Fenster geöffnet, um der Seele den Weg frei zu machen. Umgekehrt ist es bei der Geburt. Da blickt einen plötzlich das neugeborene Kind an und dieser erste beseelte Blick, der aus dem Nichts kommt, ist wie ein Wunder. Der erste Schrei - der letzte Atemzug. Diese Erlebnisse lassen uns spüren: Wir haben eine Seele.

Wir feiern jetzt das Osterfest und mit ihm die Kraft Gottes, der die Macht des Todes überwunden hat. Auch wenn wir wieder nicht in den festlichen Gottesdiensten in unserer Kirche zusammenkommen können. Aber dennoch wird es Ostern: Denn mit Ostern geschieht etwas, was in Raum und Zeit nicht zu fassen ist.

Nachdem er am Karfreitag am Kreuz gestorben ist, begegnet der auferstandene Jesus Christus seinen Jüngerinnen und Jüngern am Ostermorgen. Dabei geht es nicht um eine Rückkehr in dieses sterbliche Leben - sie haben ihn äußerlich nicht erkannt.

"Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib." So umschreibt Paulus im Neuen Testament, worum es bei der Auferstehung geht: Gott verheißt uns auch nach dem Tod ein Leben in ungeteilter Fülle. An Jesus hat es sich als erstem vollzogen, wir können darauf vertrauen, dass wir ihm folgen werden.

Die Bibel kennt ein sehr schönes Bild für das, was nach unserem Tod ist: Unsere Namen sind im Buch des Lebens aufgeschrieben. Unser Name unterscheidet uns von anderen, er macht uns unverwechselbar. So wie die Seele der letzte unverwechselbare und unverfügbare Kern eines jeden Menschen ist - bei Gott ist sie geborgen, Gott hebt sie in ihrer Einzigartigkeit auf.

So begründet Ostern eine große Ermutigung für eine Zukunft jenseits des Todes bei Gott. Und zugleich ist es eine Erinnerung für heute: Lasst uns Acht haben auf unsere Seele - und nicht nur auf unseren Körper! Unser Leben gelingt, wenn wir unserer Seele Raum zur Entwicklung geben und sie gut pflegen. Denn unsere Seele ist auch gefährdet. Wir können sie beschädigen oder sogar verlieren, wenn wir uns selbst verlieren.

Aber in der Liebe, in unseren Beziehungen zu anderen, in Zeiten der Muße und Stille, in unserem Handeln, das nicht nur um uns selbst kreist, mit all diesem tun wir unser Seele gut. Im Leben wie im Glauben kommt es auf Seel-Sorge an, an uns selbst und an anderen.

Ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegnetes und fröhliches Osterfest, das Ihrer und Eurer Seele gut tut.   Kommt gut durch diese Zeit - heil an Körper und Seele.

Pastor Volker Kluft

Die Geheimnisse der gotischen Orgel

Der Regensburger Verlag Schnell & Steiner brachte den neuen Orgelführer "Die gotische Orgel Ostönnen" in einer Erstauflage von 3000 Exemplaren heraus.

"Armut ist die beste Denkmalpflege!" Dieser Ausspruch gilt wohl besonders für die Orgel in Ostönnen. Dass die Orgel der St.-Andreas-Kirche alt ist, war allgemein bekannt, dass sie aber so alt ist und ein einmaliges historisches Musikinstrument darstellt, hat bis zur Restaurierung im Jahr 2000 keiner vermutet. Über die Geheimnisse, die Experten der Orgel entlockten, aber auch die, die noch immer in ihr stecken, berichtet der druckfrische neue Orgelführer "Die gotische Orgel Ostönnen".

Erschienen ist das 24 Seiten starke Heftchen in der Reihe "Kleine Kunstführer" des Regensburger Verlages Schnell & Steiner in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Der Orgelexperte und Musiker Koos van de Linde beleuchtet darin die Vorgeschichte der Ostönner Orgel an ihrem einstigen Standort in der Soester Kirche Alt St. Thomae sowie den Umbau und die Überführung des Instruments 1721/22 durch Johann Patroclus Möller in die Kirche St. Andreas. Van de Linde geht auch auf die Reparaturen in den Jahren 1727 bis 1790 ein, beschreibt den Umbau durch Johann Hermann Dreymann (1824), die Versetzung der Orgel innerhalb der Kirche (1874), die neue Klaviatur (1892), die Restaurierungen durch Paul Ott im Jahr 1962 und Rowan West in den Jahren 2001 bis 2003. Eingehend beschrieben werden außerdem das Gehäuse, die Windlade, die Mechanik und natürlich die alten Pfeifen.

In seinem Vorwort zum neuen Orgelführer schreibt Titularorganist Léon Berben: "Die Orgel mag vielleicht auf den ersten Blick nicht sofort ihre Geheimnisse preisgeben. Beim näheren Betrachten des barocken Orgelgehäuses jedoch fallen einem Elemente auf, die aus einer deutlich älteren Periode zu stammen scheinen: Insbesondere sticht die schöne Rosette im Notenpult ins Auge oder auch die Ornamente neben der Klaviatur an den Seiten. Tatsächlich stammen diese Elemente aus dem 15. Jahrhundert. Bei der letzten vorbildlichen Restaurierung hat sich dann herausgestellt, dass Teile des Blasebalgs und ein Großteil der Pfeifen aus 1425/30 stammen und damit die zweifellos ältesten klingenden Pfeifen weltweit sind. Für den Spieler jedoch ist sicherlich der Klang des Instruments noch wichtiger. Die Orgel besticht durch eine farbenreiche Intonation, einen ungemein warmen, aber stets klaren Klang. Auch wenn die Orgel mit ihren "nur" acht Registern vielleicht klein erscheinen mag, so bietet das Instrument ungeahnte Klangkombinationen und -möglichkeiten. Die Machart der Pfeifen aus fast reinem Blei ist von erstaunlich hoher Qualität und solider Bauweise, die Pfeifen haben die Jahrhunderte zum Glück sehr gut überstanden. So können wir auch heute noch in eine einzigartige Klangwelt abtauchen."

Erhältlich ist der Orgelführer beim Freundeskreis der Evangelischen St.-Andreas-Kirche. Dort kann man auch den Ostönner Kirchenführer sowie eine CD unseres Titularorganisten bestellen

Ostönner Orgel in der WDR Lokalzeit

Dreharbeiten des WDR-Fernsehen in der Ostönner Kirche. Foto: H. Reineke

Fernsehaufnahmen in der Kirche St. Andreas: Ein Kamerateam des WDR drehte einen Beitrag über die Orgel in der Ostönner Kirche - schließlich wurden die Orgeln in ihrer Gesamtheit zum Instrument des Jahres 2021 gekürt.

Rund vier Stunden verbrachte das WDR-Team um Reporterin Anke Bösenberg und Kameramann Ilja Wittenberg in der St.-Andreas-Kirche, um die älteste bespielbare Orgel der Welt in Bild und Ton zu dokumentieren. Mit dabei waren unter anderem Titular-Organist Léon Berben, Pfarrer Volker Kluft und Dr. Helmut Reineke, Vorsitzender des Freundeskreises der St.-Andreas-Kirche.

Die Landesmusikräte aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saar, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die Orgel zum "Instrument des Jahres" 2021 gekürt. Sie ist das erste Tasteninstrument, das diese Auszeichnung erhält. Die Orgel gilt als "Königin der Instrumente" und ist das größte aller Musikinstrumente, das tiefste und höchste, das lauteste und leiseste. Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Aus diesen Gründen sollen Orgeln ein Jahr lang in ihrer ganzen Vielfalt gefeiert werden. Auch in der Ostönner Kirche sind dazu wieder Konzerte geplant - auch wenn diese wegen der Corona-Pandemie nur mit wenigen Besuchern und unter strengen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden können (wir berichten noch).

Titular-Organist Léon Berben erläuterte vor der Kamera den Aufbau und die Funktion der gotischen Orgel und gab einige Klangbeispiele. Dem Fernsehteam wurde zudem ein seltener Blick in das Innere der Orgel gewährt. Berben und Pfarrer Kluft blätterten für den WDR zudem in der noch vorhandenen Originalakte der Orgelrestaurierung im Jahr 1822 durch Orgelbauer Dreymann.

Den WDR-Bericht können Sie auf unserer Internet-Seite Die gotische Orgel in Ton und Bild noch einmal ansehen. 

 

 

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Reformierte Gemeinde fusioniert mit Petri-Pauli

Auch weiterhin kein Gottesdienst!

Auch am Sonntag, 11. April 2021, findet in der evangelischen Kirche St. Andreas in Ostönnen kein Gottesdienst statt. Für den darauf folgenden Sonntag steht eine Entscheidung noch aus.

Das wird ein richtig schöner Orgelsommer

Ein Neubeginn für die Kultur und das musikalische Erleben: Nachdem im vergangenen Jahr der Ostönner Orgelsommer der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist, soll er in diesem Jahr wieder stattfinden. Freilich unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen, um die Gesundheit der Besucher und Musiker zu schützen. "Aber selbst wenn wir dadurch nur 30 Gäste in der Kirche unterbringen können, wollen wir das Programm anbieten, sofern es irgendwie geht", betont Organisator Dr. Helmut Reineke vom Freundeskreis der evangelischen St.-Andreas-Kirchengemeinde Ostönnen. Denn was in diesem Jahr vom 29. Mai bis zum 28. August an der ältesten spielbaren Orgel der Welt geboten wird, ist ein hochkarätiges Programm der Extraklasse.

Bei Anruf Posaunenchor

Das ein oder andere Geburtstagskind wird ihn schon vermisst haben, den Ostönner Posaunenchor. Denn es ist eine lieb gewordene Tradition, dass die Musiker und Musikerinnen älteren Gemeindemitgliedern zum 70., 75., 80. und jedem weiteren Geburtstag ein Ständchen bringen. "Wir haben damit nicht aufgehört", stellt die 2. Vorsitzende Pia Bläsing klar. Der Posaunenchor ist vielmehr durch die Corona-Pandemie in seinen Auftritten beeinträchtigt: "Wir kommen nicht mehr automatisch. Aber wenn jemand anruft und sich ein Ständchen zum Geburtstag wünscht, dann sind wir da." Anmelden kann man sich bei Pia Bläsing unter der Rufnummer (02928) 1004. Näheres zum Ostönner Posaunenchor lesen Sie hier.

Auf ein Wort!