Jahr der Orgel: Hochkarätiges Programm

Ostönner Orgelsommer mit alter und neuer Musik vom 29. Mai bis 28. August 2021

Ein Neubeginn für die Kultur und das musikalische Erleben: Nachdem im vergangenen Jahr der Ostönner Orgelsommer der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist, soll er in diesem Jahr wieder stattfinden. Freilich unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen, um die Gesundheit der Besucher und Musiker zu schützen. "Aber selbst wenn wir dadurch nur 30 Gäste in der Kirche unterbringen können, wollen wir das Programm anbieten, sofern es irgendwie geht", betont Organisator Dr. Helmut Reineke vom Freundeskreis der evangelischen St.-Andreas-Kirchengemeinde Ostönnen. Denn was in diesem Jahr an der ältesten spielbaren Orgel der Welt geboten wird, ist ein hochkarätiges Programm der Extraklasse.

Den Auftakt des Ostönner Orgelsommers 2021 bildet am Samstag, 29. Mai, ein Pfingstliches Orgelkonzert mit Heiner Graßt aus Essen. Der Musiker, der 25 Jahre lang einen Lehrauftrag für Orgel an der Universität Essen bekleidete, spielt ab 17.00 Uhr Werke unter anderem von Jean Titelouze (1563 - 1633), Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 - 1621), Georg Philipp Telemann (1681 - 1767), von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) sowie aus dem Buxheimer Orgelbuch (entstanden um 1460/1470).

Der Orgeltag Westfalen macht am Sonntag, 13. Juni, in der evangelischen Kirche St. Andreas Station. Die Veranstaltung beginnt um 15.00 Uhr mit einer konzertanten Einführung durch Koos van de Linde. Der Orgelexperte und Musiker wird dabei die älteste spielbare Orgel der Welt vorstellen. Anschließend lädt der Ostönner Titularorganist Léon Berben um 17.00 Uhr zu einem Orgelkonzert ein.

Aurea vel Argentea (Gold oder Silber) ist das Konzert für Orgel und Clavisimbalum überschrieben, das Corina Marti am Samstag, 26. Juni, ab 17.00 Uhr präsentiert. Die Schweizerin unterrichtet an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel, ist Solistin und Kammermusikerin. Bei ihrem Clavisimbalum handelt es sich um den Nachbau eines mittelalterlichen Tasteninstruments, das als Vorgänger des Cembalos gilt. Zu hören sind unter anderen Werke von Mikołaj Radomski (* um 1400, † nach 1450), Philippe de Vitry (1291 - 1361), Petrus Wilhelmi de Grudencz (1392 - 1480), Guillaume Dufay (1397 - 1474) sowie Gilles Binchois (1400 - 1460).

Der Konzertorganist und Kirchenmusiker Sietze de Vries aus Niezijl in der niederländischen Provinz Groningen spannt am Samstag, 31. Juli, einen weiten Bogen Von weltlichen Tänzen bis zu calvinistischer Nüchternheit. Ab 17.00 Uhr präsentiert er Musik unter anderem von Michael Praetorius (1571 - 1621) und Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 - 1621), sowie Improvisationen.

Den Abschluss des Ostönner Orgelsommers bildet am Samstag, 28. August, das Konzert Variations... Neue Musik für historische Orgeln. An der ältesten spielbaren Orgel der Welt bringt Thorsten Ahlrichs aus dem niedersächsischen Ganderkesee Werke von Guy Bovet (*1942), Andries van Rossem (*1957), Leopold Behrends (1879 - 1944), Hans Koolmees (* 1959), Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) und Pavel Klimashevsky (*1984) zu Gehör.

Alle Konzerte im Rahmen des Ostönner Orgelsommers beginnen um 17.00 Uhr, der Orgeltag Westfalen um 15.00 und 17.00 Uhr. Der Eintritt ist auch in diesem Jahr frei, Spenden sind jedoch erwünscht und willkommen.

 

 

Heiner Graßt aus Essen eröffnet den Ostönner Orgelsommer am 29. Mai mit einem Konzert zu Pfingsten.

Orgeltag Westfalen: Léon Berben aus Köln gibt ein Konzert auf der ältesten Orgel der Welt. Foto: Lutz Voigtländer

Sietze de Vries (Niezijl) spannt einen Bogen von weltlichen Tänzen bis hin zu calvinistischer Nüchternheit.

Corina Marti aus Basel kommt am 26. Juni mit dem Clavisimbalum nach Ostönnen. Foto: Dirk Letsch

Orgeltag Westfalen: Koos van de Linde aus Neustadt an der Weinstraße hält die konzertante Einführung.

Thorsten Ahlrichs aus Ganderkesee präsentiert zum Abschluss am 28. August neue Musik für historische Orgeln.