Zuhören: Ostönnen zieht alle Register

Sie ist die älteste Orgel der Welt, aber musikalisch voll auf der Höhe. Das beweisen hochkarätige Organisten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden beim Ostönner Orgelsommer 2020.

Der Freundeskreis der evangelischen St. Andreas-Kirche hat wieder alle Register gezogen und präsentiert ein herausragendes Programm mit weltlicher und geistlicher Musik, mit alten und neuen Kompositionen. Die traditionelle Veranstaltungsreihe ist längst überregional bekannt und zieht Jahr für Jahr hunderte Musikfreunde in die historische Krche von Ostönnen, eine der am besten erhaltenen romanischen Dorfkirchen in ganz Westfalen. Seien auch Sie dabei, besuchen Sie die Konzerte. Es lohnt sich!

Den Auftakt des Orgelsommers bildet ein Pfingstliches Orgelkonzert am Samstag, 30. Mai. Heiner Graßt, Kantor und Organist an der Alten Kirche in Essen-Kray, spielt unter anderem Werke von Titelouze, Sweelinck, Telemann und Bach sowie aus dem Buxheimer Orgelbuch. Der 66-jährige hatte 25 Jahre lang einen Lehrauftrag für Orgel an der Universität Essen und leitete mehrere Jahre die Orgelakademie Ruhrgebiet.

Weiter geht es am Samstag, 20. Juni, mit einem ganz besonderen musikalischen Bonbon. "Aurea vel Argentea" (Gold oder Silber) ist das Konzert überschrieben, zu dem Corina Marti aus Basel (Schweiz) mit ihrem Clavisimbalum in die Ostönner Kirche kommt. Auf dem mittelalterlichen Tasteninstrument sowie unserer ältesten Orgel der Welt spielt sie unter anderem Werke von Radomski, de Vitry, de Grundencz, Dufay und Binchois. Marti ist an der "Schola Cantorum Basiliensis" Dozentin für Flöten und Tasteninstrumente des Mittelalters. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse in Europa und Israel.

"Von weltlichen Tänzen bis zu calvinistischer Nüchternheit": Der Titel des Orgesommer-Konzerts am Samstag, 25. Juli, ist zugleich Programm. Sietze de Vries aus dem niederländischen Niezijl präsentiert dabei Musik von Praetorius und Sweelinck sowie Improvisationen. Der international tätige Kirchenmusiker ist Organist an der Martinikerk zu Groningen. Als künstlerischer Leiter des "Orgel Educatie Centrum Groningen" wirbt er für den historischen Orgelbestand in der niederländischen Provinz.

Zum Abschluss des Ostönner Orgelsommers 2020 stellt Thorsten Ahlrichs aus Ganderkesee am Samstag, 29. August, "Neue Musik für historische Orgeln" vor. "Variations..." ist das Motto des Konzerts, in dem Kompositionen unter anderem von Bovet, van Rossem, Behrends, Koolmees, Bach und Klimashevsky gespielt werden. Der Organist ist Kreiskantor im Kirchenkreis Delmenhorst / Oldenburg-Land und begeistert sich und andere für historische Tasteninstrumente.

Die Konzerte im Rahmen des Ostönner Orgelsommers beginnen jeweils um 17.00 Uhr in der evangelischen Kirche St. Andreas in Ostönnen. Der Eintritt ist auch in diesem Jahr frei, über eine freiwillige Spende werden sich alle Beteiligten sehr freuen.

Heiner Graßt: Pfingstliches Orgelkonzert am 30. Mai. Foto: Privat

Corina Marti: "Aurea vel Argentea" am 20. Juni. Foto: Dirk Letsch

Sietze de Vries: "Von weltlichen Tänzen bis zu calvinistischer Nüchternheit" am 25. Juli. Foto: Leens

Thorsten Ahlrichs: "Variations... Neue Musik für historische Orgeln" am 29. August. Foto: Lukas Klose